Fordern Sie über Anfrage ein Angebot ab oder bitten für Ihre konkrete Frage über Rückruf um Kontakt mit einem Fachexperten

FAQ - Häufige Fragen Drucken E-Mail

Ist es möglich, in jedes benzinbetriebene Kraftfahrzeug eine Autogasanlage einzubauen?

Bei den meisten Benzinbetriebenen Fahrzeugen ist dies technisch möglich. Jedoch wird für die Nachrüstung einer Autogasanlage ein Fahrzeugspezifisches Abgasgutachten benötigt. Dieses wird in der Regel vom Hersteller/Importeur zusammen mit der Anlage geliefert. Auch werden von einigen Herstellern schon Autogasysteme für Benzindirekteinspritzer (Stichwort: FSI) angeboten.


Was bedeuten die Begriffe Bivalent / Monovalent?

Bivalent:

Das umgerüstete Fahrzeug kann wahlweise mit Benzin oder Gas betrieben werden. Es kann auch Problemlos während der Fahrt von Benzin- auf Gasbetrieb und umgekehrt geschaltet werden! Dies ist die häufigste Einbauform.

Monovalent:

Auch diese Fahrzeuge können wahlweise auf Benzin oder Gas betrieben werden. Jedoch ist hier der Benzintank auf maximal 14 Liter begrenzt und dient nur als Nottank. Dies ist bei Fahrzeugen sinnvoll, bei denen im Gasbetrieb eine steuerlich bessere Abgaseinstufung erreicht wird.


Was unterscheidet die Autogasanlage von einer Erdgasanlage?

Bei Autogas (LPG) handelt es sich um Flüssiggas (Propan/Butan- Gemisch) das mit einem Fülldruck von ca. 10-15 bar getankt wird.

Erdgas (CNG) ist ein Naturprodukt und wird mit einem Fülldruck von über 200 bar gasförmig und hochkomprimiert getankt.

Vorteile eines Autogassystems gegenüber Erdgasantrieb:

  • Wesentlich höhere Reichweite bei gleicher Tankgröße.
  • Kostengünstiger und sicherer Einbau in fast jedem benzinbetriebenem Fahrzeug möglich.
  • Gut ausgebautes Tankstellennetz in Europa.


Um eine Verwechslungsgefahr beim Betanken zu vermeiden, sind Autogas- und Erdgasfahrzeuge mit unterschiedlichen Tankstutzen ausgerüstet.

 

Mein Fahrzeug ist auf den bivalenten Autogasantrieb umgerüstet! Mit welcher Kraftstoffart wird die Abgasuntersuchung (AU) durchgeführt?

Bei einem Kraftfahrzeug mit Bivalentem Autogas/Benzin - Antrieb wird die AU weiterhin auf Basis Benzin durchgeführt.


Hat man nach der Umrüstung des Fahrzeuges mit Leistungsverlusten oder ähnlichem zu rechnen?

Bei Fahrzeuge die nach dem Venturi-Prinzip umgerüstet wurden, kommt es durch die technisch bedingte Verengung im Ansaugrohr in der Regel zu einem Leistungsverlust von ca. 10-15 %. Dies macht sich meistens in der Endgeschwindigkeit bemerkbar.

Bei den heutigen modernen Gaseinblas- und Gaseinspritzanlagen gibt es diese Verengung nicht, da die zusätzlich benötigten Einspritzdüsen von außen in die Ansaugbrücke montiert werden. Hierdurch ist bei diesen Anlagen ein Leistungsverlust nicht zu bemerken (<5%).


Wie wirkt sich der Einbau einer Autogasanlage auf die Kfz-Steuer aus?

Durch den Einbau der Autogasanlage kommt zu keiner Veränderung der Kfz-Steuer.


In meinem Fahrzeug ist eine ungeregelte Flüssiggasanlage eingebaut. Ist es möglich, diese nachträglich in eine geregelte Anlage aufzurüsten?

Wenn das Fahrzeug über einen geregelten 3-Wege-Katalysator verfügt, ist dies problemlos möglich. Es müssen lediglich ein neues Gassteuergerät mit Gasmengenregelung und evtl. ein neuer Verdampfer (je nach System) nachgerüstet werden.

Sollte das Fahrzeug keinen G-Kat haben, so kann man auch dieses in vielen Fahrzeugen problemlos nachrüsten. Es muss dazu ein geregelter 3-Wege-Kat mit Lambdasonde und Steuereinheit nachgerüstet werden.

Eine Umrüstung ist aus steuerlichen Gründen (günstigere Kfz-Steuer) sinnvoll. Des weiteren kommt dies auch unserer Umwelt zugute.


Auf dem Markt gibt es verschiedene Autogassysteme. Worin unterscheiden sich diese grundsätzlich?

Grundsätzlich kann man unter vier Autogas-Systemen unterscheiden:

Venturi-Prinzip

Diese Anlage arbeitet (wie es der Name schon sagt) nach dem Venturi-Prinzip (Vergaser-Prinzip). Im Ansaugtrakt wird vor der Drosselklappe ein Mischer eingebaut. Durch den Luftstrom wird am Mischer ein Unterdruck erzeugt. Das Gas wird von der vorbeiströmenden Luft mitgerissen. Diese Technik sollte allerdings in den heutigen modernen Kraftfahrzeugmotoren nicht mehr angewandt werden.

Kontinuierliche Gaseinspritzung

Bei diesem System werden Gaseinspritzdüsen vor den einzelnen Einlassventilen montiert. Hierüber wird das Gas mit einem bestimmten Druck kontinuierlich in den Ansaugtrakt gespritzt. Über eine elektronisch gesteuerte Gasmengenregelung wird dem Motor die jeweils benötigte Gasmenge zugeführt.

Sequentielle Gaseinspritzung

Hierbei werden elektronisch geregelte Einspritzdüsen vor den Einlassventilen montiert. An den Gaseinspritzdüsen liegt das Gas mit einem bestimmten Druck an. Die Düsen werden vom Gassteuergerät angetaktet. Über die Einspritzdauer wird die jeweils benötigte Gasmenge geregelt.

Sequentielle Flüssiggaseinspritzung

Dieses System unterscheidet sich grundlegend von den anderen, da hierbei kein Verdampfer benötigt wird. An den elektronisch gesteuerten Einspritzdüsen liegt das Gas in flüssiger Form an. Der Verdampfungsvorgang findet erst im Verbrennungsraum statt. Eindeutiger Vorteil bei diesem System ist die bessere Innenkühlung des Motors und der im Motorraum (durch den Wegfall des Verdampfers) geringere Aufwand beim Einbau.


Warum ist es meistens notwendig, nach dem Einbau der Autogasanlage, einen anderen Zündkerzentyp zu verwenden?

Gerade bei Fahrzeugen mit Venturi-Anlagen ist es notwendig, eine hohe Zündsicherheit zu erreichen, da es bei Zündaussetzern zu einer Rückzündung (Backfire) im Ansaugtrakt kommen kann.

Daher empfehlen die meisten Autogasanlagenhersteller möglichst immer einpolige Zündkerzen mit einem sehr geringen Kontaktabstand (<0,8mm) zu verwenden. Dies erhöht bei einem autogasbetriebenem Fahrzeug wesentlich die Zündsicherheit.


Welche zusätzlichen Wartungsarbeiten müssen nach dem Einbau einer Autogasanlage beachtet werden?

Eine Autogasanlage ist sehr wartungsfreundlich. Trotzdem gibt es auch hier ein paar Dinge zu beachten.

Alle 2 Jahre wird, im Rahmen der Hauptuntersuchung, eine Gasanlagenprüfung (GAP) durchgeführt. Hierbei wird unter anderem eine Dichtigkeitsprüfung am Fahrzeug vorgenommen. Dadurch können eventuell vorhandene Undichtigkeiten frühzeitig erkannt werden. Bei dieser Prüfung werden alle Anschlüsse und der Verdampfer auf Undichtigkeiten überprüft.

Die Wechselintervalle der Zündkerzen verkürzen sich in der Regel auf etwa 20.000 km (je nach eingebautem Autogassystem). Hierbei empfehlen die meisten Hersteller 1-polige Zündkerzen.

Weiterhin wird bei den heutigen "modernen Anlagen" ein Trockengasfilter eingebaut, um die hochwertigen Gaseinspritzdüsen vor Verschmutzung zu schützen. Der Wechselintervall für solch einen Filter liegt (je nach Hersteller) bei ~20.000 km.



Warum muss bei Fahrzeugen mit einstellbarem Ventilspiel dieses häufiger überprüft werden?

Die Verbrennungstemperatur ist bei Gasbetrieb geringfügig höher als im Benzinbetrieb. Für die heutige moderne Motorengeneration ist dies eigentlich kein sonderlich großes Problem. Jedoch muss bei Fahrzeugen mit einstellbarem Ventilspiel, bedingt durch die höhere thermische Belastung vor allem der Auslassventile, dieses regelmäßig (bei jeder Inspektion) kontrolliert und evtl. eingestellt werden.

Weiterhin werden die Ventilsitze, aufgrund der fehlenden Additive im Autogas, höher beansprucht. Daher empfiehlt es sich, vor allem bei Motoren mit minderwertigen Ventilsitzen, ein Zusatzadditiv zu verwenden.


Was ist eigentlich ein Backfire?

Als Backfire wird eine Rückverbrennung in den Ansaugtrakt bezeichnet. Zu diesem Problem kann es bei Venturi-Anlagen kommen, da bei diesem System der komplette Ansaugtrakt beginnend vom Mischer ständig mit Gas gefüllt ist. Hauptursache für einen Backfire sind Fehler im Zündsystem.

Bei den heutigen modernen Gaseinspritzsystemen besteht dieses Problem normalerweise nicht mehr, da die benötigte Gasmenge unmittelbar vor den Einlassventilen zugeführt wird.


Ich möchte bei der Umrüstung meines Fahrzeuges auf Autogas nicht auf den Kofferraum verzichten. Gibt es da auch andere Möglichkeiten?


Die meisten Hersteller bieten auch Unterflur- und/oder Reserveradtanks an. Hierbei liegt die Tankgröße je nach Fahrzeug bei ca. 30-90 Liter. Als Ersatz für das Reserverad wird dann der bekannte Reifenpilot aus der Flasche mitgeführt.

Diese Form des Tankeinbaus wird immer beliebter, wobei solche Tanks von vielen Umrüstbetrieben zum gleichen Preis angeboten wird wie die herkömmlichen Rundtanks.


Ist es möglich 2 Gastanks in einem Fahrzeug unterzubringen, um damit eine höhere Reichweite zu erreichen?

Dies ist in der Regel problemlos möglich. Hier wird meistens die Kombination eines normalen Gastanks mit einem Reserveradmuldentank gewählt. Für den Einbau von zwei oder mehr Gastanks werden zusätzliche Rückschlag- und Überdruckventile benötigt.

Der Einbau von mehreren Gastanks ist besonders für Vielfahrer eine Überlegung wert.


Ist es nötig, bei größeren Gastanks Zusatzfedern einzubauen?

Je nach Fahrzeugtyp kann es notwendig sein, Zusatzfedern in der Hinterradaufhängung einzubauen, um das durch den Gastank höhere Gewicht abzufangen.

Zusatzfedern werden meist bei Fahrzeugen mit 2 oder mehr Gastanks eingebaut.

Ob für das jeweilige Fahrzeug Zusatzfedern notwendig sind, sollte am besten beim jeweiligen Einbaubetrieb erfragt werden.


Können eigentlich auch Roller und ähnliches auf Gasbetrieb umgerüstet werden?

Es können Problemlos auch kleine Motoren auf Gas umgerüstet werden. Es gibt schon einige Einbaubetriebe die sich auf solche Motoren spezialisiert haben.

Diese Möglichkeit wird auf Grund der besseren Abgaswerte häufig für Hallen-Karts genutzt.


Ist es möglich, Dieselfahrzeuge auf Gasbetrieb umzurüsten?

Technisch gesehen ist dies möglich. Es gibt zwei Varianten um dies zu realisieren.

Zum einen kann mit einem Diesel/Gas-Gemisch gefahren werden. Da es sich bei Dieselmotoren um einen Selbstzünder handelt, wird der Diesel als Zündhilfe benötigt.

Zum anderen ist es möglich, nachträglich eine Fremdzündung einzubauen.

Da beide Möglichkeiten mit einem sehr hohen technischen Aufwand verbunden sind, ist eine Umrüstung von Dieselfahrzeugen schlicht zu teuer.